| Die
Entdeckung Brasiliens durch die Portugiesen erfolgt in einer Zeit
von Krisen und großen Veränderungen in Europa. In den
urbanen Zentren läuft der Veränderungsprozess beschleunigt
ab. Der Handel floriert und mit ihm entsteht eine neue Sozialklasse,
die der Handelsbürger. Es ist diese welche die großen
Schiffreisen des XV. und XVI. Jahrhunderts finanzieren wird, die
in die Entdeckung Amerikas und Brasiliens fruchten und in die
Eroberung und Kolonisierung Afrikas und Asiens. Im April 1500
erreicht der portugiesische Seefahrer Pedro Álvares Cabral
die Küste des heutigen Brasiliens und beansprucht die ganze
Region im Namen Portugals. Vor der Landung auf dem Festland ernennt
er die Region als Monte Pascoal, welche dann als Terra de Vera
Cruz genannt wird. Im Zuge der Erforschung wurden viele Kaps und
Buchten getauft. Einschließlich eine Bucht die Rio de Janeiro
genannt wurde. Die Terra de Vera Cruz wird dann Santa Cruz und
schließlich Brasilien genannt, letzteres im Hinblick auf
das pau-brasil (Brasil-Holz) das in großen Mengen vorhanden
war und nach Portugal gebracht wurde. Während drei Jahrhunderten
verblieb Brasilien in der Bedingung portugiesischer Kolonie. Der
Kolonialismus war für das Mutterland vorteilhaft. Im Brasilien
jener Jahre konnte man nicht von Beherrschung sprechen. Anfänglich
war das Land eine Herausforderung, denn es gab keinen von Portugal
auszubeutenden Reichtum. Das Interesse lag in der Kontrolle der
Atlantik-Route. Das Recht zur Ausbeutung des Landes wurde gegen
Verpflichtungen Privatpersonen zugestanden, aber als Monopol der
portugiesischen Krone betrachtet. In den ersten Zeiten hatten
die Franzosen ein gutes Verhältnis zu den Indianern. Erst
gegen 1530 begann Portugal sich mehr für Brasilien zu interessieren.
Brasilien war die Wiege der „Rassendemokratie“. Wenn
eine Rasse die Vorherrschaft hatte, so hatten es auch ihre Gebräuche.
Zwecks besserer Verwaltung wurde Brasilien in erbliche Capitanias
aufgeteilt. Diese, von
D. João III geschaffenen hatten mit verschiedenen Problemen
zu kämpfen. In 1549 wurde der erste Generalgouverneur Brasiliens
ernannt um die Capitanias zu koordinieren. Somit begann die Existenz
von Capitanias Reais (königlichen Capitanias). Die allgemeine
Regierung konnte als erste Skizze der öffentlichen Macht
in Brasilien angesehen werden. In Anbetracht des dem Marquis von
Pombal bekannten Mangels an Personen um die Kolonie zu verwalten,
griff er auf Brasilianer zurück. Die politische Zentralisierung
hatte bereits die Versuchsphase überschritten um sich in
ein umfangreicheres Projekt zu verwandeln. Die ersten Generalgouverneure
wurden mit Verwaltungs- und Militäraufgaben für die
Frist von drei Jahren betraut. Es gab eine Unterscheidung zwischen
den Gouverneuren und den Vize-Königen: der Vize-König
war viel mehr als ein Generalgouverneur, er schien die direkte
Personifizierung der Macht zu sein. Das war die Zündschnur
für eine Bewegung welche die republikanische Periode startete,
die mit dem Sturz des Kaiserreiches und der Republikausrufung
begann, am 15. November 1889 und sich bis heute erstreckt. |